Musikwissenschaftlich im Aufstieg

Was wäre ein Gregorianik-Festival ohne die teilnehmenden Chöre! Der Erfolg des „Internationalen Gregorianik-Festivals“ von Watou beruht wesentlich auf der Teilnahme international herausragender Scholen. Im Jahr 2012 werden nicht weniger als 28 Ensembles und Chöre aus 18 Ländern teilnehmen. Diese erstaunlich große Zahl der teilnehmenden Chöre arbeitet auf professionellem und semi-professionellem Niveau. Mehrere Scholen haben sich im Umfeld einer Musikhochschule entwickelt. Einige der in diesem Jahr teilnehmenden Scholen sind professionelle Ensembles und bilden besondere Highlights im Festival. Darüber hinaus konnten für das 11. Festival wieder Jungendchöre gewonnen werden. Es sind dies der Knabenchor Püha Miikaeli poistekoor aus Tallinn (Estland), der Jugendchor „Iubilate“ aus Budapest, der Knabenchor „ Escoliana del Valle de los Caidos“ aus Spanien und die „Pueri Cantores“ aus Korea.

Gregorianischer Choral – ein universelles Phänomen

Ohne Übertreibung lässt sich der Gregorianische Choral als Vokalmusik mit universellem Charakter beschreiben. Diese Universalität zeigt sich in einer zeitlichen Dimension: seit mehr als zwölfhundert Jahren erklingt Gregorianischer Choral. Durch die Jahrhunderte hindurch konnte er intakt überdauern, obgleich sein Erscheinungsbild durch das Entstehen von Lokalrepertoire u. a. eine große Erweiterung erfahren hat. Bei jedem Festival von Watou werden deshalb auch unbekannte, bisher nicht publizierte Gesänge des Gregorianischen Repertoires zu Gehör gebracht, was eine besondere Herausforderung für die teilnehmenden Ensembles bedeutet.
Einen universellen Charakter hat der Gregorianische Choral darüber hinaus durch seine weltweite Ausbreitung. Entstanden im karolingischen Kerngebiet - Belgien, Nordostfrankreich und Aachen -, über ganz Europa durch die großen Missionsbewegungen verbreitet, findet man heute in der ganzen Welt die Handschriften des Chorals, die wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm sowie die Gesangspraxis selbst. Dieser geographischen Universalität trägt das „Internationale Gregorianik-Festival“ von Watou Rechnung. So konnten u. a. Chöre aus Europa, Asien und dem amerikanischen Kontinent als Teilnehmer gewonnen werden.